Besuch von Grünen-Politiker: diskutieren im ZBT über Wasserstoff

Michael Bloss, Abgeordneter im Europaparlament, und Felix Banaszak, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Duisburg, haben das ZBT besucht, um sich über wissenschaftliche Fortschritte zu informieren und aus der Politik zu berichten.

So wollte Bloss von den Wissenschaftler:innen wissen, wo sie Hauptanwendungsfelder für Wasserstoff sehen und wie in einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft hier Wertschöpfung geschaffen werden kann.

ZBT-Geschäftsführer Peter Beckhaus dazu: „Wir erwarten, dass sich Wasserstoff in der Stahlindustrie durchsetzt. Die Infrastruktur dafür wird jetzt aufgebaut. Mobilität und andere Bereiche können davon profitieren. So sehen wir Wasserstoff auch als Treibstoff im LKW-Bereich. Optimal wäre, wenn Elektrolyseure, Tanks, Brennstoffzellen und Fahrzeuge hier entwickelt und gebaut werden.“

Felix Banaszak sprach von der Rein-Ruhr-Region als industriellem Herz Europas, das mitten in einer großen Transformation stecke. Wasserstoff sieht er dafür als Schlüsseltechnologie. Der Industrie- und Energiepolitiker fordert deshalb eine „aktive Wirtschaftspolitik für Transformation und Resilienz“.

Joachim Jungsbluth, Handlungsbevollmächtigter im ZBT und Leiter von TrHy – THE HYDROGEN PROVING AREA, gab zu bedenken, dass für einen erfolgreichen Wasserstoffhochlauf alle Bereiche parallel laufen müssen. „Wir haben keine Zeit, alles nacheinander zu machen.“ Banaszak sieht das ähnlich. Deshalb ist es aus seiner Sicht notwendig, den Hochlauf des Wasserstoffs breit zu denken. Das Dreieck aus Herstellern, Transporteuren und Kunden müsse funktionieren.

Natürlich müsse der Fokus dabei auf grünem Wasserstoff liegen, so Banaszak, der Ausbau Erneuerbarer Energien müsse deshalb parallel erfolgen. Michael Bloss bestätigte die extrem ambitionierten Ausbauziele für Erneuerbare. Peter Beckhaus mahnte die zügige Umsetzung an und unterstrich die Wichtigkeit, massiv in erneuerbareenergien zu investieren – auf der ganzen Welt. Grüne Energie müsse sich als Exportmodell für Länder wie beispielsweise Namibia etablieren, die viel Sonne, Wind und Fläche haben.

ZBT-Wissenschaftler Rico Koske fragte die Politiker nach den Möglichkeiten, die sie für die Nutzung grünen Ammoniaks als kohlenstofffreien Energieträger sehen, der besser transportierbar ist als Wasserstoff. Felix Banaszak wies darauf hin, dass die aktuelle LNG-Infrastruktur auf Ammoniak umstellbar sei. Er sehe aber in Deutschland selbst eher keine nennenswerte eigene Ammoniakproduktion.

Bernd Oberschachtsiek leitet im ZBT die Abteilung Elektrolyse und Batterien. Ihm bereitete das geplante PFAS-Verbot Sorgen. Es stelle eine Gefahr für die Brennstoffzellentechnologie dar. Obwohl mit Hochdruck an Alternativen geforscht werde, seien PFAS-haltige Bauteile in Brennstoffzellen zurzeit noch unersetzbar. Hier sei eine Ausnahmeregelung erforderlich, bis neue Materialien gefunden sind.

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