Blick in das Wasserstoffqualitätslabor Hy-Lab am ZBT mit zahlreichen Analysegeräten auf Tischen

Ohne Wasserstoff wird’s nicht gehen – unsere Take-aways vom diesjährigen Wasserstoff-Summit

Beim Wasserstoff-Summit in Ennepetal trafen sich Expert:innen und Entscheider:innen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zu Diskussion, Informationsaustausch und Networking.

Vom Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) waren drei Mitarbeiter:innen dabei und haben Informationen und Erkenntnisse mitgebracht:

Projektingenieur Lutz Volmering ist mehr denn je überzeugt: „Ohne Wasserstoff funktioniert die Dekarbonisierung weder in der Mobilität noch in der energieintensiven Industrie – auch wenn noch unklar ist, wo der ganze Wasserstoff in Zukunft herkommen soll.“ Er nimmt die Einschätzung der anwesenden Expert:innen mit, dass wir in Deutschland vermutlich bei einer Importquote von etwa 80 Prozent auskommen werden. Für NRW könne die Quote sogar bei 90 Prozent liegen.

Was der Wasserstoff dann kosten wird, treibt vor allem den Mittelstand um, nahm Dr. Ulrich Misz wahr. Der Abteilungsleiter Brennstoffzellensysteme beim ZBT hatte den Eindruck, dass zum einen zu hohe Preise und zum anderen fehlende Anbindungsmöglichkeiten an das Wasserstoff-Kernnetz befürchtet werden.

„Zudem brauchen wir dringend Wasserstoff als Speichermedium“, hat Misz in Ennepetal herausgehört. Sollte Erdgas irgendwann auslaufen, brauche es in Deutschland definitiv einen Langzeitspeicher über mehrere Wochen bis Monate. Die benötigte Energiemenge könne mit Batterien nicht ansatzweise gespeichert werden.

Vier Personen stehen vor drei Bannern auf der Veranstaltung: Wasserstoff-Summit 2024.

Und nach wie vor ein großes Thema: Wasserstoff in der Mobilität. „Unter den Teilnehmenden am Wasserstoff-Summit herrscht Einigkeit darüber, dass der Schwerlastverkehr nicht ausschließlich batterieelektrisch realisierbar ist“, berichtet der Wissenschaftler. Die Ladeinfrastruktur für die hohe Anzahl an Fahrzeugen lasse sich rein physikalisch nicht darstellen. „Hier braucht es zusätzlich eine H2-Infrastruktur mit schnellen Betankungszeiten und auch den größeren Reichweiten der Fahrzeuge“, gibt Misz die Einschätzung der Teilnehmenden am Summit wieder. „Und dieser Überzeugung bin ich übrigens auch.“

Auch ZBT-Wissenschaftlerin Deborah Rapp war vor Ort und sieht sich in ihrer Ansicht bestätigt, dass die Energiewende mit Batterien und Wasserstoff zusammen gedacht werden muss: „Mit einem Entweder-oder gehen wir in der Diskussion den falschen Weg.“ Die Technik funktioniere, so Rapp, jedoch müsse ökonomisch und regulatorisch noch einiges passieren.

Vortrag anhand einer Präsentation des ZBT auf der Veranstaltung: Wasserstoff-Summit 2024.
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